|
KUNSTSTOFFCUP 2007 Weltmeisterschafts-/Europameisterschaftsqualifikation 10.-13.05.2007 in Warnemünde
Die besten 81 deutschen Opti-Segler versammelten sich in Warnemünde, um die Teilnehmer an der Welt-, Europa- und Nordamerikanischen Meisterschaft zu ermitteln.
Eigentlich dürfen nur die 80 Besten der deutschen Rangliste teilnehmen. Anna Lena Böhnke hat ihre Meldung aber zu spät abgeschickt und deshalb war Paul Nägele als Nachrücker angenommen. Der DODV hat dann aber entschieden, dass Anna trotzdem starten darf und Paul auch, weil er sich schon so darauf gefreut hatte. Das war eine gute Entscheidung, sonst wäre einer der beiden richtig traurig gewesen.
Paul ist 1997 geboren und damit der jüngste Teilnehmer gewesen
Es wurden insgesamt acht Wettfahrten gesegelt. Die ersten fünf sind für die WM in Sardinien qualifiziert, die folgenden vier Jungen und drei Mädchen (oder umgekehrt) für die EM in Griechenland und die nächsten Fünf für die Nordamerikanische Meisterschaft in Mexiko. Die folgenden 10 sind für das Deutsch-Französische Jugendwerk qualifiziert. Alle Veranstaltungen finden in den Sommerferien statt.
Ich wollte meinen Ranglistenplatz verteidigen, der der 21. Platz war. Ein bisschen habe ich aber von der Teilnahme an der EM geträumt.
Die Nationalmannschaft der 470er trainierte auch dort. Lukas Zellmer, der schon bei Olympia 2004 in Athen dabei war, war auch da. Er hat beim SVR mit dem Opti-Segeln angefangen.
Unser Trainer, Björn Glawe, hat uns gut auf die Wettkämpfe eingestellt und wir waren ja in diesem Jahr schon zwei Mal zum Trainingslager in Warnemünde. Jeden Morgen gab es noch eine Besprechung mit dem Kader.
Der erste Tag war eine einzige Enttäuschung. Ich weiß auch nicht, woran es lag. Wir segelten alle nicht mit unseren normalen Ergebnissen. Außer Frederike Loewe und Luca Hagen. Meine ersten drei Wettfahrten waren ein 52., ein 38. und ein 50. Platz. Erst im vierten Rennen erreichte ich, was ich mir vorgenommen hatte: Einen 6. Platz. Ich war ziemlich enttäuscht.
Ich habe mich aber schnell wieder auf die nächsten Wettfahrten konzentriert. Am Samstag wurden zwei Wettfahrten gesegelt, bis der Wind erst einschlief und dann ständig drehte. Mit meinem 7. und dem 13. Platz war ich zufrieden. Als dann die Ergebnislisten hingen war klar, dass ich doch noch zur EM fahren kann, wenn ich am Sonntag insgesamt höchstens 30 Punkte ersegele. Deshalb bin ich auch wieder früh ins Bett gegangen. Frederike, Luca und Svenja Weger hatten EM-Plätze. Aber auch Pia Nürnberger hätte noch gut einen EM-Platz erreichen können. Der Berliner Kader war also doch noch gut im Rennen, denn alle Anderen hatten auch einige schlechte Ergebnisse. Die Spannung war riesig. Nur Julian Autenrieth und Jens Marten waren unschlagbar. Sie standen als WM-Teilnehmer schon fest, obwohl ab acht Wettfahrten noch zwei gestrichen werden konnten. Mit dem 52. und 50. Platz hatte ich gute Streicher.
Luca war am Samstag insgesamt 10. und brauchte nur eine gute Wettfahrt. Er hätte nur ein Rennen am Sonntag unter die ersten 44 segeln müssen und wäre zur EM gefahren. Wir hatten einen super Start bei der ersten Wettfahrt am Sonntag. Luca, Jens Marten, ich und auch ein paar Andere waren ganz vorne, als plötzlich der Wind um 45 Grad drehte und stark auffrischte. Die Kreuz war für die Anderen plötzlich fast eine Halbwind und wir fielen ans Ende des Feldes zurück. Diese Wettfahrt hätte die Regattaleitung auch abschießen können, zumal der plötzlich starke Wind das Rennen auch noch so kurz machte, dass man nicht mal mehr ein paar Plätze aufholen konnte. Die Wettfahrt zählte aber und mit meinem 67. Platz hatte ich alle Chancen für die EM verspielt.
In der zweiten Wettfahrt wurde ich noch einmal 7., wodurch ich insgesamt auf den 20. Platz rutschte. Luca erwischte wie die Meisten die falsche Seite und war wieder am Ende des Feldes und hatte damit auch seine sicher geglaubte EM-Teilnahme verspielt. Er war erst sehr traurig, aber dann gab es auch wieder gute Nachrichten!
Nach langen Protestverhandlungen war klar, dass Pia, Luca und ich mit noch sieben Kindern zum Deutsch-Französischen Jugendwerk fahren dürfen. 12 Tage Trainingslager in Frankreich mit 10 Franzosen und zum Abschluss die Teilnahme an der Französischen Meisterschaft. Darauf freuen wir uns alle schon sehr! Cedric Deppe aus Bremen fährt da auch mit. Cedrik kommt im Sommer nach Berlin in meine Klasse an die Flatow-Oberschule und wird mit meinem Klassenkameraden Max Schümann 420er segeln. So können wir uns schon in den Sommerferien richtig kennen lernen. Frederike Loewe, die auch in meine Klasse geht, war heute in der Schule natürlich besonders gut gelaunt! Fredi hat als Einzige im Kader die EM geschafft und darf in Griechenland segeln. Herzlichen Glückwunsch.
Ach ja, Fabi war ja auch dabei! Fabian hat sich immer im hinteren Viertel herumgeschlagen. Aber er war ja auch einer der Jüngsten. Insgesamt wurde er 76. Bei der vierten Wettfahrt, als der Wind bis zu 5 bft. wehte, war er lange Zeit 4. und dann als 6. ungefähr 50 m vor dem Ziel. Dann verließ ihn wohl die Kraft und sein Boot lief voll Wasser. Ich und dann noch viele andere konnten ihn so überholen und er kämpfte sich dann nur als 37. ins Ziel.
Die 96er Jahrgänge werden im nächsten Jahr sicher kräftiger sein und langsam nachrücken. Dann wird er vielleicht schon vorne mitmischen können. Jetzt freue ich mich schon auf die Regatta in Holland. Am Mittwoch geht`s los. In Workum werden über 300 Optis aus ganz vielen Ländern teilnehmen. Und am Ijsselmeer soll es sehr schön sein. Ich werde wieder berichten.
Euer Tobias,
GER 12009
>>> Zur Bildgalerie
|